Landschaftsarchitekten: Planer und Künstler

Landschaftspfleger, Gartenarchitekt, Landschaftsplaner - das sind nur einige der Bezeichnungen, die man im Laufe der Jahrhunderte dem Landschaftsarchitekten gegeben hatte, bevor man sich auf den heutigen Namen verständigte. Der Begriff "Landschaftsarchitekt" umfasst alle Tätigkeiten in der Freiraum- und Landschaftsplanung - sowohl künstlerische und technische, vom Entwurf bis zur Baustellenabrechnung.

Wie alles begann...
In allen sesshaften Kulturen legten Menschen Gärten an. In Ägypten wurden vor mehr als 3000 Jahren Lustgärten angelegt; sie sind aus Mesopotamien, Ägypten, Kreta, aus Griechenland und dem römischen Reich, aus dem Orient, China, Japan sowie "Altamerika" überliefert. Immer waren es Fachleute, die diese Gärten planten und anlegten. In Europa ist uns zum Bespiel Joh. Fried. Karcher bekannt, der schon Ende des 16. Jahrhundert in Dresden als Gartenarchitekt und Baumeister arbeitete.

Auf Drängen des Hofgärtners am preußischen Königshof, Peter Joseph Lenné, wurde im Jahr 1823 die Landes-Baumschule und die Gärtner-Lehranstalt zu Schöneberg und Potsdam gegründet. Dies war die erste öffentliche Ausbildungsstätte für Gärtner in Deutschland. Die Ausbildung dauerte vier Jahre. Im ersten Jahr wurden die Studierenden in Schöneberg als Landschafts- bzw. Erwerbsgärtner ausgebildet. Das zweite Jahr diente der Vertiefung. Im dritten Jahr erfolgte die Ausbildung zum "Kunstgärtner" und im vierten schließlich zum "Gartenkünstler", so die damalige Berufsbezeichnung. Obwohl Lenné selbst nie Lehrer an dieser Schule war, fand die Ausbildung unter seiner Direktion zum großen Teil sehr praxisbezogen in den nahegelegenen höfischen Gärten und Baumschulen statt.

Steckte dieser Beruf damals noch in den Kinderschuhen, so ist die Landschaftsarchitektur heute eine sehr komplexe Fachrichtung, die den Anforderungen verschiedenster Themengebiete gerecht werden muss.

Berufsbild und Aufgabenfelder

Das Tätigkeitsfeld des Landschaftsarchitekten umfasst heute ein außerordentlich großes Spektrum: von der Freiraumplanung über die Bauleitplanung, die Landschaftspflegerische Begleitplanung und die Umweltverträglichkeitsstudie bis hin zu ökologischen Gutachten. Neben der klassischen Arbeit des "Gartenkünstlers" muss der heutige Landschaftsarchitekt auch ökologische Fragestellungen beherrschen, rechtlich und verwaltungspraktische Regeln kennen, technisch auf dem neuesten Stand sein und Organisationsprozesse steuern können.

Landschaftsarchitektur bewegt sich in den Spannungsfeldern zwischen Kulturlandschaft und Industriebrache zwischen Ökologie und Ökonomie, persönlichen Interessen und Gemeinwohl. Menschen, Tiere, Pflanzen, Wasser, Klima, Licht und die Zeit sind Planungsfaktoren. Für die Arbeit ist der Umgang mit der belebten und unbelebten Natur kennzeichnend, mit den dynamischen Abläufen der Natur, deren Beständigkeit der ständigen Wandel ist. Landschaftsarchitektur schafft Orte mit Wiedererkennungswert.